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In meiner trost-und hoffnunglosen Einsamkeit klammerte ich mich an jeden Strohhalm ich besuchte einige Selbsthilfegruppen, wo ich viele Leute mit gleichem Schicksal kennengelernt habe. Die letzte Gruppe fand ich eigentlich sehr gut, nur Schade, die Entfernung von 40 Kilometern war einfach zu weit. So blieb ich mit meinen Gedanken und Ängsten immer wieder allein.
Das schwarze Loch schien ohne Ende zu sein. Ich wurde mir und anderen gegenüber immer zynischer und misstrauischer.
Eines schönen Tages schaltete ich wie immer, meinen besten Kumpel, den PC ein, und ganz verblüfft stellte ich fest, dass ich Post von einer ganz fremden Frau bekommen hatte.
Wie es sich herausstellte, hatte sie meine Mailadresse zufällig im Netz gefunden.
Der Text war ganz harmlos:
“Nanu Herr Löser! haben Sie etwa Angst vor mir? Keine Panik, ich bin auf etwa 1.200 km weit von Ihnen entfernt und kann Ihnen nichts Schlechtes antun, das war ja auch nicht meine Absicht.... Wäre schön, wenn unser Briefwechsel schon am Anfang nicht in die Brüche gehen würde.”
Liebe Grüsse Emmi
Ehrlich gesagt war ich ganz verwirrt von dem Gedanken, dass sich jemand noch für mich interessiert.
Das war Mitte Februar 2005.
Die Bekanntschaft entwickelte sich ganz stürmisch. Schon im März begannen die stundenlangen MSN Parties mit Webcam, wobei wir uns beide köstlich amüsierten. Allmählich lernte ich wieder lachen. Von Tag zu Tag sehnte ich mich immer mehr nach dieser Unterhaltung.
Nach 2 Monaten Bekanntschaft fasste ich den Entschluss, meine neue Bekanntschaft in Ostungarn mal persönlich kennenzulernen.
Ich ging in ein Reisebüro und buchte die Reise. Mit Kribbeln im Magen stieg ich in den Zug. Die abenteuerliche Reise ins Unbekannte dauerte fast 20 Stunden. Ich mußte mehrmals umsteigen.
Wenn ich heute zurückdenke, finde ich diese Reise allein und ohne Sprachkenntnisse verrückt von mir. Aber die Liebe auch mit 50 kennt weder Grenzen noch Vernunft.
Um 1 Uhr in der Nacht erreichte ich endlich mein Ziel. Meine Bekannte wartete bereits seit 3 Stunden auf meine Ankuft und hatte schon jede Hoffnung aufgegeben.
Hundemüde aber glücklich bestieg ich ihren Wagen. 10 unvergessliche Tage verbrachten wir zusammen.
Erst als ich wieder alleine in meiner Wohnung saß, wurde es mir klar, dass ich ohne meinen Schatz nicht mehr sein kann. Zum Glück war ich mit diesem Gefühl nicht alleine.
Am 16. Juni machte sie sich mit ihrem Wagen alleine auf die Reise, um mich in Deutschland abzuholen.
Seitdem teilen wir Kummer und Freude und haben das Gefühl, schon eine Ewigkeit zusammen gelebt zu haben.
Gesund geworden bin ich nicht, aber ich fühle mich jetzt wie ein neuer Mensch.
Mein Leben hat wieder einen Sinn bekommen, denn zusammen sind wir stark und unendlich glücklich.
Am 10 Juli 2006 haben wir endlich geheiratet !!!
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