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Nach einer Ewigkeit im Krankenhaus kam endlich der Tag der Entlassung. Ich wurde mit meinen Eltern in das Zimmer des Chefarztes gerufen. Mir war schon etwas komisch zumute, denn alle sassen mit finsteren Gesichtern da. Die Stille war irgendwie unheilverkündend.
Dann endlich ergriff der Chefarzt das Wort. Nach etlichen Räuspern meinte er, ich hätte eine sehr ernste Krankheit, und er sprach nur noch mit lateinischen Ausdrücken, aber eines merkte ich mir: Multiple Sklerose.
Seltsamer Weise bekam ich nur meine Portion an Kortisontabletten, um die hohe Dosis langsam ausschleichen zu lassen.
Da ich von dieser Krankheit zum ersten Mal in meinem Leben hörte, musste ich erst mal was darüber in Erfahrung bringen.
Die Worte meiner Eltern „Wenn du auch im Rollstuhl sitzen musst .........“ kreisten immer wieder in meinem Kopf herum.
Was soll ich mit einem Rollstuhl, ich kann doch laufen.
Aber es kam noch schlimmer für mich, denn ich musste zu einer Anschlussheilbehandlung und diese war in Asbach bei der Kamillus-Klinik, wo viele Schwerstbehinderte Msler waren.
Der Umgang mit diesen Leuten hat mich noch mehr in die Verzweifelung getrieben
Die Ärzte machten mir nicht viel neuen Mut.
Bisher besuchte ich folgende Kliniken:
Kamillus-Klinik
Bayreuth/Roterhuegel
Kiliani-Klinik
Selzer-Klinik
Heute denke ich schon etwas gelassener über die verschiedenen Reha-Einrichtungen, denn mit der Zeit denkt man nüchterner über das Schicksal. Wenn es einem gelingt, von seiner eigenen Krankheit ein bisschen Abstand zu nehmen, kann man die Sache mit anderen Augen sehen, aber dazu braucht man mehrere Jahre. Bei mir z.B. hat es etwa zehn Jahre gedauert, bis ich mich selbst so akzeptieren lernte, wie ich bin.
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